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Der Maler Paul Klee

Paul Klee, ein deutscher Maler und Grafiker, zählt zu den bedeutendsten bildenden Künstlern der klassischen Moderne des 20. Jahrhunderts. Seine Werke sind vielseitig und keiner bestimmten Stilrichtung zuordenbar. Durch seine Kunst wollte er die Wirklichkeit widerspiegeln, exakt so, wie er sie wahrgenommen hat. Die Kunstwerke versieht er mit eindeutigen Titeln und lässt dem Betrachter wenig Raum für Spekulationen. Seine Kunst wird zur damaligen Zeit nicht überall mit offenen Armen empfangen, beispielsweise wird sie als Kinderkunst kritisiert. Mit seinen Ansichten ebnete Klee den Weg für den Surrealismus.

Geburtsort und Eltern

Paul Klee wurde am 18.12.1879 in Münchenbuchsee geboren. Sein deutscher Vater Hans Wilhelm Klee war Musiklehrer und seine Mutter Ida Marie Klee war eine schweizerische Sängerin. Klee hatte eine ältere Schwester, Mathilde. Schon früh zeigte sich sein Interesse an der Malerei und dem Dichten. Trotz seines Talents wurde er von seinen Eltern in dieser Richtung nicht gefördert. Sie sahen seine Zukunft im musischen Bereich. Musikalisch war Klee ebenfalls äußerst begabt. Er spielte so hervorragend Geige, dass er im Alter von elf Jahren außerordentliches Mitglied der Bernischen Musikgesellschaft wurde. Nach Beendigung der Schule ging Klee nach München, um dort Grafik an der privaten Malschule von Heinrich Knirr zu studieren. Er bildete sich auch nach Ende seines Studiums auf verschiedenen Wegen weiter fort. 1905 heiratete er die Pianistin Lily Stumpf, zwei Jahre später bekam das Ehepaar einen Sohn, Felix. Im Gegensatz zur damals üblichen Geschlechterverteilung übernahm Paul Klee die Erziehung des Sohnes und seine Frau verdiente durch Klavierunterricht den Lebensunterhalt der Familie.

Der blaue Reiter

Im Jahr 1911 schloss er sich der Gemeinschaft „Der Blaue Reiter“ an. Wassily Kandinsky und Franz Marc waren die Gründer dieser Künstlergemeinschaft. Sie führten unter diesem Namen Ausstellungen und gaben ein Almanach (= Jahrbuch zu einem bestimmten Fachbereich) heraus. Bei der zweiten Ausstellung waren einige Arbeiten Klees zu sehen.

Die Reisen

Paul Klee unternahm mehrere Auslandsreisen. Er war beispielsweise in Italien, Paris, Tunesien und Ägypten. Die Reise nach Tunesien, die er 1914 mit August Macke und Louis Moilliet unternahm, gilt mit als eine der bedeutendsten. Er war fasziniert von dem Licht und Farbenspiel und entdeckt dadurch seine Liebe für Farben. Bis dahin waren seine Werke schwarz-weiß. Einige, für ihn wichtige, Aquarelle entstehen in dieser Phase.


Der Krieg

Im Ersten Weltkrieg erhielt Klee, als deutscher Staatsbürger, seinen Einberufungsbefehl. Während seiner Zeit als Soldat war er teilweise als Schreiber eines Kassenwartes tätig und hatte nebenbei sogar Zeit für die Kunst. Ebenfalls im Jahr 1916 feierte er erste Erfolge mit seinen Werken. Merkwürdigerweise gerade mit Bildern, die seine Abneigung gegen den Krieg darstellten.

Walter Gropius berief ihn 1920 an das Weimarer Bauhaus, dort unterrichtete Klee einige Jahre. Anschließend wechselte er nach Düsseldorf an die Kunstakademie. Dort lehrte er, bis er von den Nationalsozialisten entlassen wurde. Er flüchtete mit seiner Familie in die Schweiz. Die Nationalsozialisten bezeichneten seine Werke als „entartet“ und verkauften diese ins Ausland.

Die Schweiz

Paul Klee beantragte in der Schweiz die Staatsbürgerschaft. Da sein Vater sich nie um diese bemüht hat. Der Antrag wurde allerdings abgelehnt. Einige Zeit später versuchte er es erneut, die Bearbeitung zog sich hin und Paul Klee verstarb, bevor er eine Antwort erhielt. Er zog sich 1935 eine Bronchitis zu, die in eine Lungenentzündung überging. Ende des gleichen Jahres erkranke er an einer Autoimmunerkrankung. Trotz starker körperlicher Einschränkungen schuf er in seinen letzten Jahren einige bedeutende Werke. Seiner Krankheit erlag Paul Klee am 29.06.1940 im Tessin in Muralto in der Schweiz.